Kamera

Quelle: © Fujifilm Pressefotos

Hier findet ihr meinen Erfahrungsbericht zur Fujifilm FinePix S6500fd. Nach mehr als einem Jahr im Einsatz mit der S6500fd, versuche ich so neutral wie möglich zu bleiben.

Inhalt

 

Vorgeschichte

Wenn man bisher analog unterwegs war, oder schon eine kleine Hosentaschenknipse besitzt, ist es einfacher seine Ansprüche zu definieren.
Es reicht schon, sich stichpunktartig klarzumachen was man von seiner Kamera erwartet, was und wo man in der Regel fotografiert und inwieweit man das Ganze als Hobby betreiben möchte.

Ich habe bei meiner Entscheidungsfindung besonders auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und positive Meinungen geachtet, also zu einem "beliebten" und bewährten Modell greifen wollen.

Auch wenn die S6500fd meine erste Digitalkamera ist, war mir von Beginn an klar, dass es eine "Bridge-Kamera", also eine Lösung zwischen digitaler Spiegelreflex- und Hosentaschen-Knipse werden sollte. Mein preislicher Rahmen lag dabei um die 300 €, dazu unten mehr.

Schnell kam dann die Fujifilm FinePix S6500 mit dem ominösen Zusatz fd in die engere Auswahl. Die technischen Details der S6500fd, aber vor allem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die durchweg positiven Meinungen von Besitzern haben mich letztendlich überzeugt.

Bisher hatte ich an dieser Stelle ein paar Zeilen zum Schwestermodell, der S9600, geschrieben. Doch angesichts der vielen neuen Modelle, insbesondere des Nachfolgers, der S100fs, machen Vergleiche hier keinen Sinn mehr.

Bestellung/Lieferung

Eigentlich hätte ich die Kamera gerne in einem Fotofachgeschäft gekauft, meinetwegen auch gegen einen Mehrpreis, doch leider sind entsprechende Händler selten geworden.

Da blieb mir also nur noch Preisvergleichen im Internet. Ich landete bei Amazon.de, wo die Kamera für 323€ angeboten wurde.

Im Abschnitt Preis habe ich noch ein wenig was zu aktueller Lage geschrieben, Stichwort Grauimporte.

Ideal ist auch der Kauf bei einer Multimediakette, dort kann man die Kamera nämlich auch gleich noch in die Hand nehmen und auf Ergonomie testen. Nur muss man mittlerweile ziemlich Glück haben, da die Kamera schon ein wenig betagter ist und neben den Pixelwahnriesen nur noch selten aufgeführt wird. Verkanntes Talent würde ich sagen.

Jedenfalls dauerte die Lieferung bei mir genau zwei Tage.

Karton
Karton
Karton & Zubehör
Karton & Zubehör

Verpackt wurde die Kamera in dem Karton auf dem linken Bild. Rechts sieht man Teile des folgenden, mitgelieferten Zubehörs:

1x 256 MB xD-Picture Card, 4 x AA Batterien, Schultergurt, Gegenlichtblende, Objektivschutzdeckel, USB-Kabel, AV-Kabel, CD-ROM, Werbeprospekt, Garantiekarte, Anleitung, sowie eine faltbare Kurzanleitung.

Erster Eindruck/Verarbeitung

Mein erster Eindruck war durchweg positiv. Die Kamera sieht aus wie eine gängige DSLR und fühlt sich auch so an.
Die Tasten an der Kamerarückseite sind mir zuerst aufgefallen. Diese hätte ich mir "weicher" gewünscht. Vermutlich wäre dann aber auch die Wahrscheinlichkeit größer, aus Versehen über einen Knopf zu rutschen und die entsprechende Funktion auszulösen. Das Steuerkreuz ist in der Tat ein wenig wacklig. Das stört in der Praxis aber nicht.

Der Einstellmechanik für den Fokus an der Seite dagegen ist optimal. Man erreicht auch diese Taste problemlos und der Wiederstand ist genau richtig.
Mir fehlt eigentlich nur ein Einstellrad für wesentliche Funktionen wie Weißabgleich oder Belichtungsmessart. Dies hätte ich angebrachter gefunden, als einen extra Knopf für den 2x Digitalzoom, den man in der Regel sowieso nicht nutzt. Man kann ihn allerdings dazu missbrauchen, den Fokus zu überprüfen. Siehe dazu letzter Teil unter Punkt Display. Der Bedienkomfort wurde bei der neuen S100fs nochmals verbessert.

Der Handgriff ist aus einer angenehmen, harten Gummierung, sodass nichts rutscht. Nicht zu verachten ist, dass der Handgriff ergonomisch geformt ist. Bei einer Nikon D80 beispielsweise, bekommt man einen geraden Handgriff ohne Einbuchtungen für die Finger.
Exellent verarbeitet ist auch das Objektiv, welches eine geriffelte Gummierung hat. Ebenso der manuelle Fokusring, bei dem mir aber ein Anschlag (z.B. für unendlichen Fokus) fehlt. Auch Tragegurt und Sonnenblende sind qualitativ sehr gut und stabil.

Das Design ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Eine S5600 wirkt vom Design her schon älter, die S6500fd bietet eine sehr guten Kompromiss zwischen modernem und klassischem Design. Kameras wie die neue FinePix S8000fd sind da wesentlich gewagter, das trifft meinen Geschmack weniger.

Die Kamera bildet von der Größe ein gutes Mittelmaß zwischen riesiger DSLR und winziger Bridge-Kamera. Sie ist auf jeden Fall einen Tick größer als eine EOS 350D. Bemerken tut man dies aber erst im direkten Vergleich zu anderen Kameras, z.B. im Geschäft.

Ich habe relativ große Hände, daher kommt mir die Größe sehr gelegen. Kleinere Kameras in dieser Klasse liegen mir irgendwie nicht angenehm in der Hand. Bei der FinePix S6500fd hatte ich sofort ein gutes Gefühl, was nicht selbstverständlich ist, aber auch bei jedem Fotograf variiert.

Mit ca. 650g gehört die S6500fd nämlich bereits zu den schweren Modellen. Wenn man lange am Stück fotografiert, merkt man das Gewicht irgendwann auch am Handgelenk. So lässt sich die Kamera auch nur schlecht vor dem Bauch, also am Tragegurt hängend tragen. Sie pendelt bei dem Gewicht doch sehr stark hin- und her und das ist nicht angenehm. Hält man sie dagegen beim Laufen fest, ist dieses Problem gelöst. Die gängige Methode ist, den Tragegurt quer um den Körper zu tragen.
Auf der anderen Seite hat man natürlich auch ordentlich was in der Hand, kann die Kamera aus dem Stand ganz gut ruhig halten. Das macht einen optischen Bildstabilistator wieder einen Tick entbehrenswerter. Anders als eine 5 Gramm-Kompaktknipse fällt sie auch nicht gleich beim ersten Windstoß vom Tisch. Hier kommt auch wieder der ergonomische Handgriff zum Zuge. Beim Anheben können die Finger so nicht abrutschen, die Kamera sitzt sicher in der Hand.

Die Bedienelemente finde ich mittlerweile blind, es braucht nur wenig Einarbeitungszeit. Auch das Wahlrad ist irgendwann intuitiv bedienbar. Wenn man durch den Sucher fotografiert und nur mal schnell von Automatik in den Portraitmodus umschalten will, ist das ruckzuck erledigt ohne die Kamera vom "Auge zu nehmen".

Meine Empfehlung ist, einen entsprechenden lokalen Händler aufzusuchen und die Kamera mal ausführlich in die Hand zu nehmen. Wenn die Ergonomie nicht stimmt, kann man auf Dauer sicher nicht glücklich damit werden.

Preis

Mittlerweile gibt es die Kamera nur noch gebraucht.
Zu Preisen zwischen 250€ und 350€, je nach Zubehör (z.B. Akkus, Tasche usw.). Wer noch passendes Zubehör von einer anderen Kamera hat, kann sich den Neukauf natürlich sparen. Ich habe weiter unten, als Orientierung einfach mal meine Ausgaben gelistet. Das ist alles Standardzubehör und kann natürlich auch in günstigerer oder in anderer Form gekauft werden.

Nach wie vor, muss man sich vor EU-Importen die auch verstärkt über die Theke gehen/gingen hüten. Da fehlt in der Regel die 256MB-Speicherkarte und eine Anleitung liegt - wenn überhaupt vorhanden - nur in Französisch oder Ähnlichem vor.

Fragen zur Garantieabwicklung mit Grauimporten werden unter anderem hier geklärt:

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=12751

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=12586

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=12604

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=12389

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=12057

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=9816 (nur aktuellere Beiträge beachten)

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=11977

http://www.finepix.de/forum/showthread.php?t=12318 (speziell zur F31fd, behandelt das "Phänomen" aber allgemein)

Das deutsche Handbuch lässt sich, falls nicht vorhanden, hier herunterladen:

http://www.fujifilm-digital.de/4_800_1152719338_1_10.html

Eine mögliche Zubehör-Preis-Kombination könnte demnach so aussehen:

Menüs

Es ist alles gut lesbar, es gibt keine Übersetzungsfehler (soll es geben) und von Auslösetonlautstärke bis zur Verstellung der Menüfarbe ist alles vorhanden.

Ein paar Feinheiten, z.B. Anordnungen von Funktionen im Menü, möchte ich aber pingeligst anmerken. Hi-Speed Aufnahmen beispielsweise finde ich unwichtig, trotzdem muss ich erst daran "vorbeiscrollen" um zu viel wesentlicheren Funktionen wie Belichtungsreihe oder Autofokus-Modus zu gelangen (betrifft z.B. Programmautomatik P).
Auch der Selbstauslöser findet sich nur im Menü (später mehr dazu), hier hätte man besser eine externe Taste verbauen sollen.

Etwas Besonderes stellt noch das F-Menü dar. Über die entsprechend gekennzeichnete Taste ist es zu erreichen. Hier lässt sich die Lichtempfindlichkeit (ISO), Bildgröße und Qualität einstellen. Eigentlich ganz nett, doch sind das Dinge (ISO ausgenommen), die man in der Regel nicht ständig ändert. In dieses Menü hätte ich mir wichtigere Dinge gewünscht.

Viele dieser Punkte wurden beim Nachfolger, der S100fs, verbessert.

Display

Das 2,5" Display finde ich sehr ordentlich, im Vergleich zu anderen klassengleichen Kameras, auch schön groß.
Lediglich einige Kompaktkameras warten mit einem 3,0" Display auf, das aber oftmals auch über andere Schwächen hinwegtäuscht bzw. den fehlenden Sucher ausgleicht.
Die Auflösung ist super, allerdings sollte man die Bildschirmhelligkeit auf -2 oder -3 regulieren, da die Bilder sonst zu hell wiedergegeben werden. Im Idealfall stimmt man es mit dem Monitorbild und vielleicht einem ausbelichtetem Bild ab.

Quelle: © Fujifilm Pressefotos Gewöhnungsbedürftig (vor allem für Umsteiger von Analog) ist das "Hinterherhängen" bei schnellen Drehungen und großen Kontrastwechseln, besonders in schlechten Lichtverhältnissen. Man kann das Display zwar von 30 auf 60 Bilder pro Sekunde umschalten, doch der große Unterschied ist das nicht. Das ist so eine Sache, die mich wieder daran erinnnert, dass ich eine "Bridge-Kamera" in den Händen halte und eben nicht eine analoge oder digitale Spiegelreflexkamera.
Es ist und bleibt ein digitales Bild und da darf man nicht allzu hohe Ansprüche stellen. Wenn man ganz normal fotografiert, dann fällt es aber garnicht weiter störend auf. Ich habe mich daran gewöhnt und bin schon froh, überhaupt ein Live-Bild auf dem Display zu haben, was bei digitalen Spiegelreflexkameras ja nur sehr selten der Fall ist.

Interessant ist auch die Möglichkeit die Scharfstellung/Fokussierung zu überprüfen. Bei schlechter Sicht, soll das vermutlich über den 2x Digitalzoom geschehen, da wird allerdings gleich das komplette Bild vergrößert. Eine Teilbildvergrößerung fehlt allerdings nicht gänzlich, ist aber nur während der manuellen Fokussierung möglich (Hi-Speed-Modus muss deaktiviert sein und das Display darf nur mit 30 Bildern/Sekunde laufen). Bisher hatte ich aber nur in entsprechend schwierigen Situationen Probleme, die Scharfstellung zu prüfen (z.B. Libellen in Gräsern sitzend). Im Fotografieralltag ist das Display absolut zufriedenstellend. Dank des Suchers ist das wohl auch zu erwarten.

Sucher

Der Sucher (EVF) gehört zu den Dingen, die mich an der Kamera extrem stören. Vielleicht bin auch ein wenig "analog-verwöhnt", doch dieser Sucher ist im Verhältnis zum Rest der Kamera wirklich nicht schön.
Die Auflösung ist sehr gering und zum Beurteilen der Schärfe absolut ungeeignet.
Wenn man ein wenig Ruhe und gutes Licht hat, dann kann man auch damit arbeiten, doch Schärfe ist nunmal eine sehr "feine" Sache, da ist jeder Pixel entscheidend. Von einem optischen Sucher ist dieser jedenfalls weit entfernt.
Vermutlich bin ich daher auch eher der "Display-Fotograf".
Allerdings zeigt der Sucher alle Informationen genau wie auf dem Display an, es gibt also keine Abspeckungen.
Das Motiv lässt sich bequem festlegen, fokussieren und sogar die Bildvorschau ist auf dem Sucher noch genießbar. Es ist also nicht so, dass man ihn bei starker Sonneneinstrahlung, oder Situationen in denen man sich nicht durch das Bild in den Augenwinkeln ablenken lassen möchte, nicht benutzen könnte - ganz im Gegenteil. Er wird der Kamera halt einfach nur nicht gerecht.

Die Programme

Die S6500fd bietet 5 voreingestellte Automatiken, den Videomodus, die Voll-, Blenden-, und Zeitautomatik, den manuellen und Motivwahlmodus (10 Szeneneinstellungen) sowie die Halb- oder Programmautomatik.
Das ist eigentlich alles was man braucht. Die "Automatik-Knipser" finden voreingestellte Modi, die "Manuellen" können alles nach Belieben selber machen.

Jeder Modus wird über das Drehrad angewählt, lediglich im SP Motivwahl-Modus muss man zusätzlich in's Menü, um die genaue Szene zu definieren.
In der Anleitung werden die Modi kurz beschrieben, hier bei mir und mit technischen Details bei Michael Hensche, werden diese praxisorientiert und etwas näher beschrieben. Da ich noch nicht mit jedem Modus allzu vertraut bin, fällt die ein oder andere Beschreibung etwas dürftig aus.

Automatik

Die Automatik legt alle Parameter der Kamera (welch Überraschung) automatisch fest.
Einstellen kann man lediglich den Blitz (nur bedingt), die Bildqualität (nicht ISO) und es lässt sich auf Makro und Supermakro umschalten.
Bzgl. Weißabgleich, Fokussierung, Belichtungsmessung usw. muss man sich auf die Kamera verlassen.
Meine Erfahrungen sind sehr gut, lediglich in bestimmten Situationen, wenn die Automatik unsere Absicht nicht erkennt, müssen wir einen anderen Modus wählen.
Der Blitz wird relativ häufig zugeschaltet. Manchmal möchte man aber lieber eine idyllische Stimmung wiedergeben, die man durch den Blitz nur versauen würde.
Dafür eignet sich ein anderer Modus besser, oder das Ausschalten des Blitzes. In diesem Fall steigt aber meist die Belichtungszeit an, sodass ein Stativ zum Einsatz kommen sollte. Manchmal ärgert es mich, den Weißabgleich nicht einstellen zu können, wenn ich mich sonst auf die automatischen Einstellungen verlassen möchte. In der Programmautomatik nämlich, ist man auch gleich wieder gezwungen eine passende Belichtungsmessart zu wählen.
Weiterhin aufgefallen ist mir, dass die Automatik recht häufig zu hohen ISO-Werten neigt, um kürzere Belichtungszeiten zu ermöglichen. Das das Rauschverhalten der S6500fd bzw. generell der FinePix-Modelle sehr gut ist, bin ich absolut zufrieden mit der Automatik.

Motivschärfe

Diesen Modus nutze ich eher selten, bin aber überrascht von den Ergebnissen.
Aus dem fahrenden Auto heraus, lassen sich sehr gute Fotos schiessen, lediglich korrekt fokussieren muss man. Das ist leider die Schwierigkeit, sollte aber mit dem kontinuierlichen Autofokus zu bewältigen sein.
Die Verschlusszeiten werden, wie in der Anleitung beschrieben, tatsächlich sehr kurz gehalten, die Automatik kommt bei direkten Vergleichen nicht hinterher.

Ich habe ein wenig getestet: ein Objekt fokussiert, die Kamera weggedreht und beim zügigen Vorbeischwenken ausgelöst. Ergebnis: Gute Fotos mit kaum merkbarer Bewegungsunschärfe. Im normalen Rahmen bewegter Motive, also absolut zu empfehlen.

Umgebungslicht/Umgebungslicht & Blitz

Momentan stehe ich diesen beiden Modi noch etwas skeptisch gegenüber.
Laut der Anleitung sind damit natürlich wirkende Fotos bei geringen Lichtverhältnissen möglich, ohne unnötig lange Verschlusszeiten.
Noch habe ich keine ausführlichen Testreihen gemacht, aber tatsächlich scheint der Vorteil dieses Modi darin zu liegen, eine entsprechende hohe Lichtempfindlichkeit (ISO) zu wählen, sodass verwacklungsfreihe Bilder möglich sind.

Mein Schreibtisch, aus ca. 1 Meter Entfernung mit einer normalen Schreibtischlampe und Monitorlicht aufgenommen, ergibt Folgendes: die Automatik hat 1/85 Sekunde bei ISO 1600 belichtet, wärend der Umgebungslichtmodus mit ISO800 bei 1/56 Sekunde auskam. Wie bereits geschrieben, neigt die Automatik zu höheren ISO-Werten, welchen Sinn die das hier hat, kann ich nicht sagen.

Weitaus mehr Skepis hege ich allerdings für den Umgebungslicht & Blitz-Modus. Dieser macht zwei Bilder, das Erste ohne, das Zweite mit Blitz. Hier bin ich noch nicht ganz sicher, in welcher Situation man das praktisch umsetzen sollte. Eine Treppe mit kleiner Schirmlampe wird mir mit ISO3200 und natürlichem Licht aufgenommen, das zweite Bild beschert mir mit ISO800 ein sehr "steriles" Bild mit leicht ausgefressenen Lichtern an der Tapete, dafür aber einer wesentlich kürzere Verschlusszeit.
Wie schon in der Anleitung beschrieben, "dieser Modus eignet sich für die gleichzeitige Aufnahme von 2 Bildern mit unterschiedlicher Wirkung" (Seite 56).

Portrait

Eine möglichst natürliche Betonung der Hauttöne und eine weiche Gesamtwirkung sollen den Portrait-Modus laut Anleitung ausmachen.
Über eine weiche Gesamtwirkung lässt sich nun streiten, mir ist lediglich aufgefallen, dass in der Regel längere Verschlusszeiten (geringfügig), dafür aber eine modifizierte Farbeinstellung (nicht mehr AUTO, sondern vermutlich eine leichte Rot-Sättigung) und eine niedrigere Lichtempfindlichkeiten gewählt werden.
Schöne Hauttöne kann ich auch durch simple Bildbearbeitung bekommen, niedrige ISO-Werte durch einen der manuellen Modi.
In Kombination mit der Gesichtserkennung, kann man meiner Meinung nach auch in anderen Modi tolle Portraits erzielen. Vielleicht birgt dieser hier aber auch noch ungeahntes Potential, da er von vielen S6500fd-Besitzern gerne genutzt wird.
Um einfach mal ein paar Portraits zu machen, ohne sich um Details Gedanken machen zu müssen, kann ich aber schon eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Gerade wenn man auf Partys nur ein paar gute Fotos machen will, auf deren Ergebnisse man sich verlassen möchte, ist dieser Modus auch für mich die erste Wahl!

Landschaft

Der Landschaftsmodus zeichnet sich zuallererst durch deutlich sattere Farben und mehr Kontrast im Vergleich zur Automatik aus.
Himmel wird so etwas wärmer, Wiesen, Pflanzen usw. kräftiger. Man merkt deutlich, dass der Modus eher dazu tendiert, die Blende zu schließen und man somit ordentliche Schärfe auch bei weit entfernten Objekten bekommt.
Um beispielsweise Blumen im Garten zu knipsen, eignet er sich weniger denke ich (auch wenn das ebenfalls Landschaft ist), man sollte ihn tatsächlich eher für richtige Landschaften nutzen.

Als Wesentlich lässt sich also festhalten: wärmere/sattere Bilder mit hoher Tiefenschärfe.

SP Motivwahl

Der SP Motivwahlmodus bietet 10 Motivvorwahlen, darunter Strand, Schnee, Blumen, Text usw..
Oftmals sind es die kleinen Dinge, die die Motivvorwahlen ausmachen. Im Blumenmodus beispielsweise werden die Farben stark gesättigt, was die bunten Blumen betont.
In der Regel funktionieren diese ganz gut, doch ähnlich wie in der Automatik gibt es keine Möglichkeiten die Einstellungen manuell zu verändern.
Ich bin insgesamt geteilter Meinung. Im SP Motivwahl Museumsmodus beispielsweise, wird zusätzlich das AF-Hilfslicht, sämtliche Töne und der Blitz deaktiviert, ganz praktisch eigentlich.
Auf der anderen Seite kann das alles auch sehr verwirrend wirken und garantiert vor allem nicht "das perfekte Bild", auch wenn der Modus dafür geignet sein soll.

Es kursieren viele Tricks, die Modi zu "missbrauchen" um sich deren Funktion zu nutze zu machen. Z.B. empfiehlt es sich, Aussenaufnahmen immer im SP Sonnenuntergangsmodus zu machen, um schöne stimmige Farben zu erreichen.

Hervorheben muss man hier auf jeden Fall den Modus SP Motivwahl Feuerwerk. Denn damit ist es kinderleicht, Feuerwerke zu fotografieren. Unendlicher Fokus, Geschwindigkeit und Belichtungszeiten zwischen einer und vier Sekunden.

SP Motivwahl Feuerwerk | 4s
SP Motivwahl Feuerwerk | 4s
SP Motivwahl Feuerwerk | 1,5s
SP Motivwahl Feuerwerk | 1,5s

P Programmautomatik

Die Programmautomatik ist in meinen Augen ein sehr wichtiger Modus. Sie bietet alle manuellen Einstellungen (Weißabgleich, ISO, Belichtungsmessung usw.). Lediglich die Blende und Verschlusszeit wird automatisch vorgegeben. Doch selbstverständlich lassen sich die ,,vorgeschlagenen" Werte von Hand korrigieren. Da aber wirklich auch nur Blende und Belichtungszeit vorgegeben werden, ist man mit dem Rest ziemlich auf sich allein gestellt. Es erfordert schon ein gewisses fotografisches Können, die ISO-Werte richtig zu wählen (ISO 100 klingt sehr rauscharm, führt aber meist zu Verwacklungsunschärfe), Belichtungsmessung und Weißabgleich auf das Motiv abzustimmen. Soviel wie man richtig machen kann, lässt sich auch falsch machen. Ich habe ein paar Vergleiche zwischen Automatik und Programmautomatik mit Standardeinstellungen gemacht und der Unterschied ist doch deutlich. Als Anfänger sollte man auf die Motivprogramme und die Automatik vertrauen, selbst Hand anlegen kann man später immer noch. Ähnlich wie in der Automatik fehlt mir hier wieder eine Auto-ISO-Einstellung, z.B. Auto-ISO 400. Man muss also explizit darauf achten, wirklich stets alle Einstellungen (insbesondere Belichtungsmessung) zu optimieren. Daher ist die Programmautomatik wohl auch weniger für Schnappschüsse als für gekonnte Anwendung gedacht.

S Zeitautomatik

Man stellt die gewünschte Verschlusszeit ein, die Kamera die entsprechende Blende.
Das lohnt sich vor allem bei Aufnahmen von bewegtem Wasser. Möchte man einen Springbrunnen "fließen" lassen, wählt man eine lange Verschlusszeit (z.B. 1/10s). Möchte man dagegen die einzelnen Tropfen aufnehmen, die Bewegung also "einfrieren", wählt man eine möglichst kurze Verschlusszeit (z.B. 1/2000s). Falls der Kamera diese zu kurz ist, nimmt sie den Blitz zur Hilfe. Im Freien und bei gutem Licht ist das in der Regel aber kein Problem. Die berühmten Wassertropfen-Makros werden auch auf diesem Weg gemacht.

A Blendenautomatik

Das Gegenstück zur Zeitautomatik stellt die Blendenautomatik dar.
Hier wird die Blende gewählt, die enstprechende Verschlusszeit von der Kamera vorgegeben. Wichtig ist, auf die Verwacklungs-Gefahr Anzeige zu achten. Bei schlechtem Licht, steigt die Verschlusszeit gerne mal in Richtung eine Sekunde und das ist oftmals schon lang genug, um minimale, aber unschöne Verwacklungen im Bild zu haben. Gerade bei Makros kann man hier sehr gut freistellen (DOF), indem man einfach Blende f/2,8 wählt und die Kamera den Rest machen lässt.

M Manuell

Hier habt ihr die volle Kontrolle. Eines der mir wichtigen Dinge an der Kamera, da ich auch viel herumprobieren möchte.
Von ISO und Blende über Verschlusszeit und Weißabgleich, hier ist alles möglich. Aber auch nötig, denn vorgegen wird Nichts. Wer sich mit der Fotografie bereits auskennt, Verschlusszeiten/Blendenkombinationen ausrechnen will oder z.B. Langzeitbelichtungen machen möchte, findet sich hier am ehesten zurecht.
Beklagen darf man sich natürlich nicht, denn hier hat man die volle Verantwortung. Aber eben auch den maximalen Handlungsfreiraum. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, ausser vielleicht, dass trotzdem alle Hilfestellungen (Belichtungswarnungen usw.) gegeben werden.

Makro/Supermakro

Der Makro/Supermakromodus war einer derer, denen ich von Beginn an sehr zugetan war.
In der Weitwinkel-Einstellung eignet sich der Makromodus für Aufnahmen von ca. 10cm bis 2cm, in der Teleeinstellung wird es etwas weniger im Nahbereich. Erfahrungsgemäß kann man aber auch noch näher ran, je nach Motiv. Der Supermakromodus kommt im Normalfall auf bis zu 1cm Entfernung an das Objekt.

Wichtig ist, der Blitz funktioniert im Supermakromodus nicht und im Makromodus ist er oftmals zu stark.
Zudem sollte man aufpassen, bei Rücken- oder Seitenlicht, keine unschönen Schatten durch das Objektiv zu werfen.

Zu Empfehlen ist hier das manuelle Fokussieren (oder Vario AF), da der Autofokus schnell das falsche Objekt erwischt. Es ist in der Tat nicht einfach, z.B. ein Libelle an Gräsern sitzend aufzunehmen. Hier muss man viel Geduld haben und ein wenig experimentieren.

Zum optimalen Freistellen sollte man möglichst viel Tele verwenden und den Supermakromodus nutzen.
Weiteres siehe unter Tipps & Tricks.

Fokus

Die S6500fd bietet drei Fokusarten: Einzelner Autofokus, kontinuierlicher Autofokus und den manuellen Fokus.
Der Autofokus arbeitet eigentlich sehr gut, bei viel Tele oder schwachen Lichtverhältnissen (beides in Kombination ist noch schlimmer) fängt er aber gerne an zu pumpen (kräftiges Nachregeln des Fokus).
Dann ist er auch nicht immer ganz zuverlässig, meist wird dann aber sofort die Autofokuswarnung ausgegeben. Abhilfe schafft man, indem man sich ein kontrastreicheres Objekt sucht.
Völlige Fehlfokussierungen sind eher selten, können aber bei schmalen, sich im Wind wehenden Objekten (Gräsern) beispielsweise, schonmal auftreten.

Fokussiert wird insgesamt recht schnell. Bei "Serienaufnahmen" mit Durchdrücken des Auslösers, geht es mir manchmal etwas zu langsam (z.B. bei Aufnahme eines fahrenden Zuges). Durch manuelles "Mitziehen" in Kombination mit dem kontinuierlichen Autofokus und durch die schnelle Fokussierung durch die Hi-Speed Aufnahmen kann man hier entgegenwirken. Allerdings muss die Aufnahmeentfernung von ca. 2 m im Weitwinkel und ca. 4 m im Telebereich beachtet werden.
Der SP Motivwahl Sportmodus wählt diese Fokussierung automatisch.

Desweiteren gibt es noch unterschiedliche Fokusmodi: Mitte, Mehrfeld und Vario AF.
Mit Mitte wird auf das Fadenkreuz in der Mitte fokussiert, dies ist die Standardeinstellung und auch die Gebräuchlichste. Hier kann außerdem der AF/AE-Speicher verwendet werden (mehr unter Tipps & Tricks).
Mehrfeld erkennt "kontrastierende Objekte nahe der Mitte und zeigt den Autofokus-Rahmen über dem scharf eingestellten Objekt an". Funktioniert in der Praxis auch ganz ordentlich, allerdings wählt die Kamera leider auch schonmal das falsche Objekt aus. Mir ist noch keine Faustregel über den Weg gelaufen, die diesen Modus behandelt.
Zu guter Letzt noch der Vario AF, frei übersetzt variabler Autofokus. Hiermit lässt sich das Fadenkreuz mit Hilfe des Steuerkreuzes beliebig im Bild verschieben. So sind tolle Spiele mit dem Fokuspunkt möglich. (siehe Tipps & Tricks sowie Lehrgänge).

Negativ aufgefallen ist mir, dass der Fokus für jedes Bild neu fokussiert, auch wenn man Bildausschnitt und Motiv nicht verändert. Nur während der manuellen Fokussierung ist dies anders. Eigentlich schade, denn dadurch verliert man manchmal wichtige Zeit bei mehreren Aufnahmen hintereinander. Andererseits bleibt dafür aber auch wieder der Hi-Speed-Modus und/oder der kontinuierliche Fokus oder das Speichern des Fokuspunktes mit dem manuellen Fokus.

ISO-Leistung

Einer der großen Stärken der S6500fd, bzw. der Fujfilm-Kameras generell, ist die herausragende ISO-Leistung. Oder anders gesagt, das im Vergleich enorm gute Rauschverhalten. Ein ISO 3200-Bild kann problemlos mit einem ISO 1200-Bild einer "billigen" Kamera mithalten. Nicht zu vergleichen natürlich mit einer guten DSLR, doch unter den Kompakten immer wieder gerne erwähnt.

ISO 1600-3200 begegnet mir in der Praxis selten. Lediglich bei Feiern im gemütlichen Licht schnellt die Kamera gerne auf ISO 800-1600. Da ist das Rauschen schon etwas stärker, für einen Ausdruck auf 10*15 aber immer noch problemlos hinnehmbar. Desweiteren gibt es zahlreiche Zusatzprogramme, mit denen man Bilder nachträglich entrauschen kann. Das geht zwar in der Regel auf Kosten der Details, ist aber auch noch im Rahmen. Zur Not kann immer noch die Kamera irgendwo absetzen (wegen der längeren Belichtungszeit) und dann die ISO manuell heruntersetzen.

Grundsätzlich ist das Rauschen in dunklen/Schattenbereichen immer mehr zu sehen als in helleren. Daher kommt es bei massivem Aufhellen durch EBV auch leichter zum Rauschen. Hier muss man einfach einen guten Kompromiss finden.

Bei höheren ISO-Werten wirkt das Licht am Natürlichsten (nur bei Bildern mit "gemütlicher Stimmung" zu sehen). Auch hier gilt es den Kompromiss zu finden. Eine Ausbelichtung auf 9*13 verträgt auch mal ISO 800 (evtl. noch mit nachträglichem Entrauschen). Eine Vollbildansicht dagegen sieht in den empfindlichen Augen einiger Pixelzähler natürlich verrauscht-misslungen aus.

Ich bin nicht so der Pixelzähler, bei mir muss das Gesamtergebnis einfach stimmen. Und die S6500fd schneidet da gut ab.

Ich will keine unnötigen Vergleichserien machen, die gibt es schon zu hauf. Hier aber trotzdem eine einzige Reihe. Im Album von Michael findet ihr weitere Bilder mit hohen ISO-Werten.

 

ISO 100
ISO 100
ISO 200
ISO 200
ISO 400
ISO 400
ISO 800
ISO 800
ISO 1600
ISO 1600
ISO 3200
ISO 3200

 

Objektiv

Die FinePix S6500fd besitzt ein Fujinon 28-300mm Zoomobjektiv mit einer Lichtstärke von f/2,8 - f/4,9 (größtmögliche Blende von 28-300mm). Der 10,7fache optische Zoom entspricht dem Brennweitenbereich (300/28 = 10,7). In den EXIF-Daten und auch vorne auf dem Objektiv wird man mit der realen Brennweite (6,2-66,7mm) konfrontiert. Man hat sich aber auf das Kleinbildformat (35mm) als Norm geeinigt. Die reale Brennweite muss also mit entsprechendem Faktor multipliziert werden, um einheitliche Werte zu bekommen. 6,2mm reale Brennweite der S6500fd entspricht also mit dem Faktor 4,5 (sogenannter Cropfaktor) 28mm KB-äquivalenter Brennweite. Bei DSLRs ist oftmals die Rede vom Cropfaktor. Dieser bezeichnet das Verhältnis zwischen Sensorgröße und Kleinbildformat (35mm). Umso niedriger, desto besser, könnte man pauschalisieren.

Vorne auf dem Objektiv sind ein paar markante Brennweiten angegeben. Um einen Eindruck zu bekommen, habe ich eine einfache Szene vergleichsartig aufgenommen. Es war arg bewölkt und das Licht nur mäßig. Aufgenommen habe ich mit der Automatik und für die Brennweiten habe ich mich an den Angaben auf dem Objektiv orientiert. Abweichungen von +/- 1cm sind daher zu entschuldigen.

 

28mm KB-äquivalent
28mm KB
35mm KB-äquivalent
35mm KB
50mm KB-äquivalent
50mm KB
100mm KB-äquivalent
100mm KB
150mm KB-äquivalent
150mm KB
200mm KB-äquivalent
200mm KB
300mm KB-äquivalent
300mm KB

 

Wie schon weiter oben geschrieben, finde ich die Haptik des Objektives sehr gelungen. Es liegt dank Noppengummierung super und rutschfest in der Hand. Das Objektiv lässt sich auch manuell Fokussieren. Das geschieht über den manuellen Fokusring, der sich ebenfalls sehr angenehm drehen lässt. Über die Notwendigkeit und Umsetzung in der Praxis lässt sich streiten.

Blitz

Der Blitz ist ziemlich kräftig. Er lässt sich in den Modi P, S, A und M von Hand korrigieren. Und zwar im Bereich von -2/3 EV bis + 2/3 EV in ca. 1/3 Stufen.

Mir persönlich erscheint er immer ein wenig zu stark in Innenräumen, auch heruntergeregelt. Die Folge sind unschöne Reflexionen (z.B. auf lackiertem Holz). Allerdings muss ich erwähnen, dass man zur Abhilfe die Lichtempfindlichkeit und Aufnahmeentfernung erhöhen kann, um diesem Effekt entgegenzuwirken. Außerdem lässt sich gut etwas Fließpaper o.Ä. vor den Blitz klemmen. Das scheint unprofessionell, leistet aber ganze Arbeit.

Mit Fließpapier gedimmter Blitz für diffuses Licht
Mit Fließpapier gedimmter Blitz für diffuses Licht

Es gibt insgesamt 6 verschiedene Blitzmodi, nicht alle sind in jedem Modus einstellbar: Automatischer Blitz, Rote-Augen-Reduktion (ein Vorblitz zur Verkleinerung der Pupillen wird ausgelöst), Erzwunger Blitz (z.B. bei Gegenlicht-Aufnahmen), Unterdrückter Blitz (wenn der Blitz nicht erwünscht ist, z.B. Aquarien), LZ-Synchronisation (hier wird der Vordergrund geblitzt und der Hintergrund etwas länger belichtet um diesen ebenfalls auf dem Bild zu haben, Verwacklungsgefahr > Stativ) und LZ-Synchro in Kombination mit dem Rote-Augen-Reduktionsmodus (z.B. für Portraits bei Nacht).

Desweiteren gilt: ist das Objekt weit entfernt, muss ein kräftiger Blitz ausgelöst werden. Es dauert außerdem eine Weile bis sich dieser wieder aufgeladen hat, Bildschirm und Sucher bleiben kurzzeitig schwarz. Wird während des Aufladevorgangs erneut ausgelöst, wird die Aufnahme einfach ohne den Blitz gemacht.

 

 

 

 

 

 

Um bei Portraits keine hässlichen, totgeblitzten Gesichter zu bekommen, reicht es, einfach ein paar Schritte zurückzugehen und leichtes Tele zu verwenden. In der Regel kann somit auch gleichzeitig unruhingen Hintergrund loswerden.

Mir ist es übrigens auch schon passiert, dass der Blitz bei einer Landschaftsaufnahme mit bewölktem Himmel ausgelöst wurde. Zur Not kann man ihn ja immer noch deaktivieren.

Gesichtserkennung

Die Gesichtserkennung wird von Fujifilm recht hoch gelobt, kursierende Beispielbilder sind mir aber ein wenig zu perfekt.
Die Praxis sieht nämlich ein wenig anders aus.
Das Gesicht muss wirklich frontal auf dem Bild zu sehen sein, Brillen, Haare im Gesicht oder zu starke Bewegungen beinträchtigen die Erkennung stark.
Aufnahmen bei Gegenlicht sind ebenfalls nicht so einfach, wie es die Werbung verspricht, oft wird das Gesicht einfach nicht erkannt.
Ist der grüne Rahmen aber erstmal da, kann man sich der richtigen Fokussierung sicher sein.

Manchmal ist es aber sehr nervig, die entsprechenden Personen zu bitten sich die Haare aus dem Gesicht zu nehmen und solange direkt und still in die Kamera zu sehen, bis ich den grünen Rahmen habe, um dann hastig auszulösen.

Auch die Gruppenaufnahmen mit den zusätzlichen kleinen weißen Kästchen sind etwas unrealistisch, mein Rekord liegt bei 6 Rahmen/Bild.

Es braucht eine ganze Weile, bis man alle Gesichter eingerahmt hat um dann auch noch darauf achten, dass sich diese nicht bewegen.

Man darf absolut nicht zuviel von der Gesichtserkennung erwarten, sie ist wirklich kein Wundermittel. Wenn sie anspringt - gut, wenn nicht - auch nicht schlimm, das Bild kann trotzdem gut werden.

Fujifilms neuste Kameras besitzen jetzt die weiterentwickelte Gesichtserkennung 2. Diese erkennt nun auch Gesichter im Profil und anderen Winkeln.

Digitalzoom

In der Praxis nutze ich den 2x Digitalzoom eigentlich nicht, kann ihn daher schlecht beurteilen. Einige Leute sagen, die Qualität sei noch annehmbar. Andere wiederrum schließen ihn generell aus, da die Bilder pixeliger werden und ja bereits ein 10,7x optischer Zoom zur Verfügung steht.

Dieses Beispiel zeigt den Digitalzoom in Alltag. Links wurde ohne Digitalzoom, aber bei vollem Tele aufgenommen. Rechts sieht man den Zoom im Einsatz, die Brennweite wurde von 300mm KB-äquivalent auf satte 547mm KB-äquivalent erweitert. Das Bild wurde aus der freien Hand im Automatik-Modus gemacht und zeigt trotzdem keinerlei Verwackelungen. Bemerkenswert ist auch, dass kein Bildstabilisator (trotz ISO 100) verwendet werden musste.

Ein Klick auf die Vorschaubilder führt zu den unbearbeiteten Originalen.

300mm KB-äquivalent
300mm KB-äquivalent
547mm KB-äquivalent
547mm KB-äquivalent (2x Digitalzoom)

Videofunktion

Die Videofunktion habe ich noch nie ernsthaft genutzt. Generell halte ich soetwas in einer Kamera für ziemlich unnütz. Fehlen nur noch der MP3-Spieler und die herunterladbaren Auslösetöne.

Allerdings habe ich auch schon andere Meinungen gehört: man könne beispielsweise eine Szene in einer Art Rundumansicht aufnehmen oder einfach einen netten Urlaubseindruck vermitteln.
Heutzutage kann fast jede Kompaktkamera Videos aufnehmen, bald gibt es die ersten Kameras mit denen man bügeln oder ein Zelt aufbauen kann.
Eine Videofunktion lässt sich außerdem gut vermarkten, ein besserer Sucher wäre hier allerdings wesentlich angebrachter gewesen. Wer sonst keine Möglichkeit hat, Videos aufzunehmen, mag so aber vielleicht ganz glücklich sein.
Technisch ist nämlich nichts dagegen zu sagen, die Kamera nimmt in VGA-Qualität (640*480 Pixel, Mono-Ton) auf, Kamerageräusche (Fokus bei schlechtem Licht) sind nur bei Videos ohne viel Ton wahrzunehmen.

Batteriekapazitätsanzeige

Eine der wirklich misslungenen Dinge: die Batteriekapazitätsanzeige.

Sobald die Akkus/Batterien leer sind, blinkt das entsprechende Symbol auf. Der Betrieb ist nun noch uneingeschränkt möglich, allerdings nur äußerst kurz. In der Regel sind noch 5-10 Fotos möglich, dann wird das Symbol groß und mittig angezeigt. Das war es dann auch, die Kamera geht aus.
Das mag kein Problem sein sofern man stets einen zweiten Satz Akkus/Batterien dabei hat, wenn nicht, dann steht man relativ blöd da. Man muss also entweder ein Gefühl für die Haltezeit seiner Akkus/Batterien entwickeln oder die möglichen Bilder pro Satz mitzählen (Blitz gesondert gerechnet) um die ungefähre Kapazität abzuschätzen. Denn was wirklich ärgerlich und unverständlich ist: man kann die Anzeige nicht selbst einblenden. Erst wenn die Akkus bereits leer sind, bekommt man sie zu sehen.
Ich habe mich schon so manches Mal geärgert, als ich bei tollstem Licht nach draußen bin, gerade eine schöne Szene fand und dank leerer Akkus und ohne vorige Warnung nur zu zwei bis drei Fotos gekommen bin.
Die Empfehlung ist also eindeutig: unbedingt einen zweiten Akkusatz anschaffen!

Pro und Kontra

An dieser Stelle habe ich jene Dinge, die ich mir an der Kamera gerne anders gewünscht hätte, gesammelt.

Die Kontra-Argumente überwiegen, da ich diese wichtiger und interessanter finde und somit deutlicher präzisiert habe. Wer diese Punkte akzeptieren kann und nicht als Auschlusskriterium definiert hat, wird an der S6500fd seine Freude haben.

Pro
Kontra
  • Preis
  • RAW-Format
  • großer Brennweitenbereich (28mm - 300mm)
  • keine sichtbaren Vignettierungen/Schatten im Weitwinkel
  • 58mm Filtergewinde
  • Portrait-Modus ist für Schnappschüsse gut geeignet (Partys usw.)
  • gute Verarbeitung (Haptik), rutschfeste Gummierung an den richtigen Stellen
  • Gesichtserkennung
  • manueller Fokus- sowie Zoomring anstatt Wippe oder Taste (feinfühligeres manuelles Fokussieren/Zoomen)
  • verhältnismäßig gutes Rauschverhalten auch in hohen ISO-Bereichen
  • Blitz lädt schnell auf
  • gutes "Megapixel-Sensorgröße-Verhältnis"
  • super Ergonomie - nicht zu klein, nicht zu groß, Handgriff griffig und gelungen
  • fehlender Blitzschuh
  • kein klappbares Display
  • miserabler Elektronischer Sucher
  • RAW-Format nicht über F-Taste wählbar
  • Selbstauslöser muss für jede Aufnahme neu gewählt werden
  • kein Einstell-, und Wahlrad sondern Menüarbeit
  • einige Besitzer beschweren sich über "leicht aufklappenden Batteriefachdeckel", kann ich pers. nicht bestätigen
  • fehlender Bildstabilisator
  • Stativgewinde aus Plastik
  • kein manuell einstellbares Gitternetz, Beschränkung auf "Drittelregelungs-Aufteilung"
  • misslungene bzw. nicht vorhandene Akkuanzeige
  • auto. Bildvorschau nicht abstellbar
  • kein Auto-ISO in den manuellen Modi und der Automatik (z.B. Auto-ISO 800)
  • Chrome-Modus sehr "aggressiv", keine Feinabstufungen möglich (Sättigung, Kontrast)
  • Motivprogramme sind vollautomatisch und erlauben keinen Eingriff (z.B. Weißabgleich)

 

 

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