Lehrgänge

HDR-Bilder aus einer RAW-Datei erstellen

Ausrüstung

Einleitung

Häufig ergeben sich Situationen, in denen man keine Möglichkeit hat, sein Stativ aufzubauen um pingeligst eine Belichtungsreihe aufzunehmen. In der Regel ist das bei bewegten Motiven der Fall.
Glücklicherweise kann man mit der S6500fd im Rohdatenformat (RAW) aufnehmen. So ergibt es sich, dass wir aus nur einer einzigen Aufnahme, trotzdem ein vollwertiges HDR erschaffen können.

Eigentlich ist es ganz einfach: wir wechseln zuerst in's Hauptmenü und wählen unter CCD-RAW an. Jetzt machen wir wie gewohnt unser Foto. Ist dieses im Kasten, wird die Kamera angeschlossen und das RAW-Bild (.raf) übertragen.

Zur Demonstration habe ich einfach mal ein geignetes RAW-Bild aus meiner Sammlung genommen. Aufgenommen auf dem Weg in den Barkeler Busch in Schortens.
Dank Integral-Messmethode wurden keine Bildbereiche besonders gewichtet, sodass der begrenzte Kontrastumfang ganz deutlich wird.

Wie im vorigen Lehrgang bereits gelernt, benötigen wir für ein vollwertiges HDR-Foto alle Bildbereiche korrekt belichtet. Da in diesem Beispiel der Himmel bereits ganz ordentlich ist, müssten wir nur eine weitere Aufnahme fertigen, die den Vordergrund aufhellt. Der Vollständigkeit halber, erstellen wir aber noch eine unterbelichtete Aufnahme um auch für den Himmel auf Nummer sicher zu gehen.

Himmel akzeptabel aber der Vordergrund...?
Himmel akzeptabel aber der Vordergrund...?
P Programmautomatik | 28mm KB-äquivalent | 1/220 Sekunde | f/2,8 | ISO 100 | RAW

Durchführung

Nach Übertragung auf den PC wird das Foto in einen beliebigen RAW-Converter geladen, um dort die unterschiedlich belichteten Kopien der Aufnahme anzufertigen.

An dieser Stelle sei noch gesagt: eine RAW-Datei bietet zwar ein gewisses Mehrpotential gegenüber dem JPEG, aber nicht in einem unbegrenztem Maße, wie es mit der gewöhnlichen DRI-Methode möglich wäre. In unserem Beispiel und für das Ziel, ist aber noch alles im grünen Bereich.

Zur Veranschaulichung verwende ich Adobe Camera Raw, Beispielbilder für weitere RAW-Konverter folgen.

Als erstes kommt die Belichtungskorrektur in's Spiel. Was normalerweise schon in der Kamera geschieht oder mithilfe der Belichtungszeit reguliert wird, holen wir aus einer einzigen Datei. Warum auch nicht, meine 12,9 MB große RAW-Datei beinhaltet ja die nötigen Informationen.

An dieser Stelle macht es Sinn, sich den Absatz "Praxistipps um das RAW-Format voll auszuschöpfen" bei Traumflieger durchzulesen. Dort ist die angesprochene Belichtungskorrektur genauer erläutert und es gibt auch sonst eine Menge wichtiger Informationen zur Thematik RAW.

 

Belichtungskorrektur in Adobe Camera RAW
Belichtungskorrektur in ACR - Korrektur um +2 EV

 

Mithilfe des Schiebereglers oder manueller Eingabe, führen wir nun die Belichtungskorrektur durch. Als erstes speichere ich das Bild als Original, d.h. so wie es aus der Kamera kam. Dann erhöhe ich um zwei Blendenstufen (+2 EV, siehe Bild), um den Vordergrund etwas aufgehellt zu bekommen. Logischerweise ist der Himmel nun völlig überstrahlt.
Die Originalaufnahme liefert eigentlich schon einen vernünftigen Himmel, trotzdem machen wir noch eine unterbelichtete Kopie, also korrigieren die Belichtung auf -2 EV.
Nach jeder Korrektur wird abgespeichert. Es bietet sich an, die gemachten Korrekturen auch gleich im Dateinamen zu vermerken. Also beispielsweise DSCF234582_2EV.jpg.

Daraus folgen diese drei Aufnahmen aus nur einer einzigen RAW-Datei:

 

Um -2 EV korrigiertes Foto
Um -2 EV korrigiertes Foto
Originalaufnahme
Originalaufnahme
Um +2 EV korrigiertes Foto
Um +2 EV korrigiertes Foto

 

Eine Korrektur um +/-2 EV ist ein ganz guter Richtwert. Sollte in eurer Aufnahme mehr Potential stecken, könnt ihr beispielsweise auch größere Abstände wählen (z.B. +/-4 EV). Dann sollten aber die Tiefen bereits anfangen zu rauschen, das ist ja sogar bei meiner +2 EV-Kopie schon der Fall. Also: nicht übertreiben!

Wir haben nun die Arbeit mit dem RAW-Konverter abgeschlossen. Ab jetzt ist der Arbeitsfluss derselbe wie bei der Erstellung eines HDR-Fotos auf herkömmlichen Wege.

Der Vollständigkeit halber schauen wir uns aber auch das genau an.

Weiter zum Tone-Mapping.

 

 

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